Roughale hat geschrieben:Schön, schön, schön, mal wieder eine Diskussion die über 5 Posts hinausgeht!
So dermaßen leer ist es hier doch gar nicht - wenn man mal von der Fußballflaute absieht (die ja überall zugeschlagen hat), geht es hier eigentlich nicht weniger munter zu als sonst. Und auch die Filmtips haben sich ja bereits für diesen Film wieder erholt gehabt.
Ansonsten fand ich den Film jetzt nicht so schlimm wie die meisten hier, auch wenn ich ihn nicht gerade als Hit bezeichnen möchte. Dafür ist "Married Life" dann doch zu langatmig, zu vorhersehbar und im Endeffekt zu harmlos.
Dabei will ich das gar nicht so an den Schauspielern festmachen - Roughale scheint da ja an Mr. Brosnan besonders Gefallen gefunden zu haben.

Fakt ist allerdings, daß seine Figur am wenigsten Gelegenheit zu irgendwelchen schauspielerischen Leistungen bekommt - Richard ist halt ein papierdünner, sterotyper 1940er-Gentleman-Frauenheld. Das soll nicht heißen, daß die anderen Figuren besser gezeichnet sind, auch Rachel McAdams' naiv-zurückhaltende Kay bleibt einem so fern, daß ich fast drauf gewartet habe, daß sie sich noch zu einer intriganten Femme Fatale entwickelt oder als solche entpuppt.
Das passiert jedoch nicht - und überhaupt passiert viel zu wenig. Das Drehbuch macht sich einen Heidenspaß daraus, immer wieder Konflikte aufzubauen, anzudeuten und anzudrohen, liefert davon aber letztlich so gut wie nichts. Alle möglichen Spannungssituationen lösen sich immer wieder in Wohlgefallen auf, und daß, obwohl es im Laufe der Geschichte ja immerhin um einen detailiert geplanten Mord geht.
So beschränkt sich der Unterhaltungswert von "Married Life" zum einen auf die Nostalgie des 1940er-Settings (womit "Leatherheads" vor sechs Wochen noch weitaus mehr zu punkten vermochte) und der bizarren Komik von Situationen, in denen um Höflichkeit und Anstand bemühte Leute sich immer wieder dreiste Lügen an den Kopf werfen oder aus Unwissenheit Aussagen treffen, die mit dem Kenntnisstand des Zuschauers geradezu lachhaft wirken. Das reicht bei mir so gerade eben noch für eine 3-, auch nur eingeschränkt zur Ansicht empfehlen würde ich diesen Film aber nur Set-und-Kostüm-Fans wie emma.

Trotzdem war das für mich jetzt nicht der langweiligste/anstrengendste Film des Jahres - mit "The Other Boleyn Girl" oder "We Own the Night" kann der für mich locker mithalten und "Things We Lost in the Fire" läßt er für mich in punco Unterhaltungsweg sogar deutlich hinter sich.
Gruß
Kasi Mir