Sehe es ansich ähnlich wie Roughale was den Unterhaltunswert angeht. Nette Action, einiges an Blut und nen echt cooler Killer, viel mehr braucht es für einen Film dieses Genres nicht, naja vielleicht doch, nämlich nen etwas ausgefeilteres Drehbuch.
Zwar können die eben genannten Dinge reichen, aber dass ein Film mit etwas Hirn dahinter dann doch ein wenig mehr fesselt heutzutage, wie z.B. Saw, müsste klar sein.
Zwar war es angenehm, dass man eigentlich von der 1. Minute wo man Sean Bean sieht weiß, dass er der Killer ist und die beiden "Opfer" das ebenfalls kurz darauf wissen. Kein langes "Es gibt keinen Mörder" und später "Wer ist der Mörder" -Rumgefrage wie in den meisten Thrillern heutzutage. Auch nett mal wieder kein 10-Negerlein-Prinzip, hier tauchten einfach alle 5-10 Minuten neue Opfer für den Hitcher auf, das gefällt mir dann doch besser als wenn ein fester Cast einer nach dem anderen aufgrund seiner Doofheit und Ungläubigkeit dahingerafft wird,
allerdings hapert es auch hier ein wenig bei The Hitcher. Dachte im Dezember bei Black Christmas (auch bereits einem Remake), dass man sich selten so dumm anstellen kann. Die Opfer (ebenfalls Studenten) dort, taten ja auch fast schon alles falsch, hier gesellen sich zu dümmlich agierenden Studenten auch noch dümmliche Polizisten dazu.
Beispiele:
- Der Junge schaut grundsätzlich nicht auf die Straße. Selbst mitten in der Nacht, bei strömenden Regen glotzt der während der Fahrt seine Freundin an und überfährt fast jemanden um nur am nächsten Tag nix gelernt zu haben um beim nebenherfahren neben einer Familienkutsche fast einen Truck zu rammen.
- Man rennt grundsätzlich vor Bullen weg. 3 Polizeiwagen vor einer Polizeistation geben nicht genug Sicherheitsgefühl um nicht doch wieder irgendwo in die Wüste zu fliehen und selbst verfolgt von 3 Wagen und einem Heli haben die 2 noch Schiss einfach stehen zu bleiben und damit in Sicherheit gebracht zu werden.
Gut klar ist das für den Hitcher kein Problem, die Polizisten auszuschalten, wie in der Wache vorher bewiesen und danach bei der Verfolgungsjagd, aber können die beiden davon ausgehen?
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- Christen sind extremst naiv. Nicht nur, dass sie nen wildfremden Mann, der leicht ramponiert ist (er ist schließlich aus einem fahrenden Wagen geworfen worden) einfach mitnehmen, sie setzen ihn auch noch ganz hinten zu ihrem kleinen Sohn in den Wagen.
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- Obwohl der Hitcher sie schon 3x gefunden hat, verstecken die beiden sich in einem Motel und fühlen sich sicher genug zu duschen und unbedarft einzuschlafen, bzw. mal für 15 Minuten ohne Waffe alleine rauszugehen um nach einer Telefonzelle zu suchen, obwohl man einfach zur verdammten Rezeption gehen könnte, allerdings dass der Hitcher einen Jungen ungemerkt an 2 fremden Trucks ketten kann ohne dass die Rezeption oder einer der Trucker da (einer fährt an Grace ja noch vorbei) was merken ist auch interessant.
- Das allerbeste: Einen kaltblütigen Serienkiller in einem gesicherten Van zu transportieren und ihm eine kugelsichere Weste zu verpassen, geht noch nach normalen Standards, aber ihm hinten den womöglich trotteligsten Bullen ganz New-Mexikos an die Seite zu geben und diesen auch noch zu bewaffnen ist einfach Hohn. Nach 4-5 Minuten rumjuckeln, mit teils leicht verzerrtem Gesicht des Hitchers, kommt der Typ drauf, doch mal um Stillsitzen zu bitten nur um sich dann die Kehle aufschlitzen zu lassen. Selbst wenn er schnell genug an seine Waffe gekommen wäre hätte er ja nicht auf die Brust schießen können, denn die wurde ja vorsorglich mit ner schusssicheren Weste geschützt.
Der Hitcher hätte eigentlich auch einfach blitzschnell nach vorne aufstehen können und dem Polizisten mit einem Kopfstoss ausnocken können, wäre allerdings weniger blutig gewesen, hehe. Nun mit einer Waffe versorgt, trennt die Fahrer nur ein simples Metallgeflecht, dass sich wie sich später zeigt sogar locker verbiegen lässt, vom Laderaum, so dass der Täter einfach hindurchschießen kann. Um den ganzen die Krone der Dümmlichkeit aufzusetzen transportiert man das bevorzugte Opfer des Täters, dass dieser enormst gequält hat, einfach im Wagen dahinter mit, nachdem man ihm offen auf dem Hof der Polzeistation gezeigt hatte, dass das Mädchen im anderen Wagen mitfährt. Nachdem der Transporter schlittert, macht der Bulle dahinter keine Anstalten zu bremsen, sondern rast in den Unfall herein, nur um sich im Auto zu verklemmen und sich die offenbar einzige Waffe im Wagen, nämlich die an seinem Halfter entwenden zu lassen.
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Solch eine Sequenz dürfte es in einem heutigen Film nicht mehr geben, der die Ansprüche hat kein 0815-Thriller zu sein, in den 70ern (wie bei Black Christmas Original) oder den 80ern wie hier, wäre das vllt noch gegangen. Von den dümmlichen Dialogen mal ganz abgesehen.
Allerdings Sean Beans Verköperung des eiskalten Killers ohne Motiv (im Original wurde ja zumindest eines angedeutet) ist einfach prächtig. Zu Beginn wirkt er sogar richtig freundlich und ist ab da an nur noch cool und unaufhaltbar. Völlig blödsinnig wie er mit einem Trans Am und einer Pistole 3 Polizeiwagen und einen Helikopter ausschaltet, aber einfach genial und dazu noch nen sehr ordentlicher Soundtrack.
Sean Bean ist so cool, dass ich am Ende fast auf seiner Seite war und wegen der teilweise extremen Dummheit seiner Opfern das Gefühl bekam sie hätten verdient gemeuchelt zu werden.
Grace (Sophia Bush) präsentiert sich erfreulich unweinerlich. Bis auf ein paar kurze Heul-Sequenzen ist sie recht gut dabei und nicht schockgelähmt wie Frauen oft in solchen Filmen, auch wenn das Ende dann doch den Bogen etwas überspannt.
Wie Eingangs erwähnt: Nette Action, einiges an Blut und nen echt cooler Killer + nen guter Soundtrack, wiegen allerdings nen äußerst schwaches Drehbuch nicht völlig auf, daher gibt es ne 3+, weil ich mich zumindest unterhalten fühlte.